Jas­min Seib: We­bers Prä­senz in Ber­lin: Opern­re­zep­ti­on zwi­schen Büh­nen, Ver­gnü­gungs­kul­tur und der Ri­va­li­tät mit Spon­ti­ni

Jasmin Seib (Mainz): Webers Präsenz in Berlin: Opernrezeption zwischen Bühnen, Vergnügungskultur und der Rivalität mit Spontini

Webers Präsenz in Berlin: Opernrezeption zwischen Bühnen, Vergnügungskultur und der Rivalität mit Spontini
Ausgehend von den Aufführungen seiner Opern Der Freischütz, Euryanthe und Oberon in Berlin beleuchtet der Vortrag weitere Kontexte, in denen Carl Maria von Weber in den 1820er Jahren in der preußischen Hauptstadt präsent war. Neben den Königlichen Schauspielen wird das Königsstädtisches Theater einbezogen, dessen Direktion wiederholt versuchte, nicht nur Webers Werke aufzuführen, sondern ihn als ‚Theaterkomponisten‘ zu gewinnen. Damit rücken zugleich die für die Rezeption wichtigen Vergnügungsmöglichkeiten Berlins in den Blick und die Frage, wo und in welchen Formen Webers Musik überhaupt gehört werden konnte. Daneben ist die enge Verflechtung Webers mit der Wahrnehmung des Generalmusikdirektors Gaspare Spontini für die Berliner Rezeption zu berücksichtigen und es wird hinterfragt, inwiefern sich Spontinis Handlungen gegenüber Weber aus seiner zunehmend schwierigen Position an den Königlichen Schauspielen erklären lassen und ob sich das Verhältnis beider Komponisten differenzierter beschreiben lässt, als es die zeitgenössische Presse und gängige Narrative nahelegen.

Dr. Jasmin Seib studierte Musikwissenschaft und Kulturanthropologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie war von 2018 bis 2022 wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-geförderten Projekt „Wahrnehmungs- und Wirkungsformen der Oper, Berlin ca. 1815–1828“ unter der Leitung von Prof. Dr. Fabian Kolb an der JGU Mainz und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt/Main. 2025 wurde sie mit einer Dissertation zum Thema „In Konkurrenz. Spielplangestaltung und Rezeptionsmuster der Oper im Berlin der 1820er Jahre“ promoviert.