DFG-View­er für mu­si­ka­li­sche Quel­len

Die wachsende Digitalisierung und öffentliche Bereitstellung von Bibliotheksbeständen stellt auch an die Präsentation der Digitalisate große Herausforderungen, denn diese sollen ja nicht nur in einer ungegliederten Reihung von Abbildungen zur Verfügung gestellt werden, sondern strukturiert, d. h. Zeitungen sollen abrufbar nach Datum sein, Zeitschriften nach Heften und möglichst auch gezielt nach den Beiträgen und Bücher nach Kapiteln. D. h. die Digitalisate von bibliothekarischen Einheiten müssen mit Metadaten versehen werden, die weit über die Metadaten einer Katalogisierung hinausgehen.

Für diesen Zweck wurde an der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden der DFG-Viewer entwickelt, der inzwischen für Präsentationen von Digitalisaten der kulturellen Überlieferung (Drucke, Handschriften, historische Tonträger, Archivalien) als Standard etabliert ist.

Die Präsentation von musikalischen Quellen erfolgte bisher auch mit dem DFG-Viewer, doch können mit diesem musikspezifische Informationen und musikwissenschaftliche Forschungsergebnisse zu den dargestellten Quellen nicht dargestellt werden. Der DFG-Viewer soll deshalb für die Darstellung von musikalischen Quellen um folgende Möglichkeiten erweitert werden:

  1. Erweiterung der Meta- und Strukturdaten um wissenschaftlich bedeutsame Metadaten wie weitere Personengruppen (Bearbeiter, Schreiber, Interpret etc.) und Ereignisse.
  2. Auf Grund ihrer großen Bedeutung für die Gliederung von Musik sollen Taktpositionen angezeigt werden. Darüber hinaus erfolgt die Anzeige von Annotationen zum Quellenmaterial.
  3. Volltexte (MEI, Music XML) der musikalischen Quellen sollen parallel zum Faksimile angezeigt werden.
  4. In Beziehung stehende Quellen (Stimmmaterialien, handschriftliche und gedruckte Materialien eines Werkes) sollen in paralleler Ansicht angezeigt und synchron in ihrer zeitlichen Dimension durchlaufen werden können. Auch eine Parallelisierung mit Audio- oder Videoaufnahmen ist geplant.

Alle diese Anpassungen und Erweiterungen für musikalische Quellen dienen nicht nur der besseren und benutzerfreundlicheren Präsentation der Digitalisate, sondern auch der engeren Verbindung von Wissenschaft und Bibliothek: Die Bibliothek präsentiert nicht nur ihre Bestände, sondern auch die dazu bereits gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Gleichzeitig ermöglicht die Bibliothek mit der Integration der wissenschaftlichen Daten deren Langzeitarchivierung.

Das Projekt (DFG LIS) ist ein Gemeinschaftsprojekt der SLUB Dresden und des ZenMEM der Universität Paderborn und ist für zwei Jahre (2021–2022) bewilligt.

Be­tei­lig­te Wis­sen­schaft­le­r*in­nen

Leitung

Dr. Achim Bonte, Generaldirektor der SLUB Dresden

Dr. Kristina Richts-Matthaei, Universität Paderborn

Projektarbeitsgruppe

SLUB-Dresden: Katrin Bicher, Dr. Andrea Hammes, Bärbel Kühnemann, Sebastian Meyer, Prof. Dr. Barbara Wiermann

ZenMEM:
Dipl. Wirt.-Inf. Daniel Röwenstrunk

Mitarbeiter*innen

Dr. Irmlind Capelle

Frank Schirlitz (SLUB Dresden)

SHKs

Jonathan Markert

Timon Steup