Heu­te wä­re Hans Wer­ner Hen­ze 100 Jah­re alt ge­wor­den.

Anlässlich des 100. Geburtstags von Hans Werner Henze wurde heute auf Arte.tv die ausführliche Dokumentation Hans Werner Henze: Komponist, Kommunist, Dandy von Holger Preuße und Phillip Quiring online gestellt. Mitgewirkt haben von Seiten der Musikwissenschaft, unter anderen vom Musikwissenschaftlichen Seminar Detmold/Paderborn Prof. Antje Tumat, Dr. Elena Minetti, Dr. Simon Obert und Dr. Michael Kerstan.Zudem ist die von Thomas Groetz für den Deutschlandfunk produzierte kritische Radiosendung „Hans Werner Henze zum 100. Geburtstag – Mit Widersprüchen Leben“, an der auch Prof. Antje Tumat mitwirkte, nun zum Anhören verfügbar und feiert den Komponisten, dessen Privatbibliothek sich als Sondersammlung in Detmold befindet.

Informationen zum Dokumentarfilm:

53 Min. | Verfügbar bis zum 28. September 2026 | TV-Ausstrahlung am Samstag, 8. August um 23:15

NS-Zeit, Krieg und seine Gefährdung als Homosexueller machten Hans Werner Henze, geboren 1926 in Gütersloh, zum politischsten Komponisten Deutschlands. Mit weltmännischem Auftreten sprengte er alle Vorstellungen von einem Komponisten der "E-Musik". Die Dokumentation zeigt bisher unbekanntes Archivmaterial und bringt so auch Henzes persönliche Seite zur Geltung.

Die humanistischen Botschaften, die persönlichen Erfahrungen mit Nationalsozialismus, Krieg und kulturellem Identitätsverlust, die inneren Konflikte als homosexueller Musiker, der äußere Widerstand gegenüber seiner Person und seinem Werk, bis hin zu öffentlichen Anfeindungen: All das sind prägende Erlebnisse, die Hans Werner Henze zu einem der politischsten Komponisten Deutschlands haben werden lassen. Anlässlich seines 100. Geburtstages im Juli 2026 macht die Dokumentation die Gegenwärtigkeit seiner Musik hör- und sichtbar.
Henze ist auch ein musikalischer Chronist des Nachkriegsdeutschlands. In seinen zahlreichen großen Opern, in Orchesterwerken und Liedern verhandelt er die wichtigen politischen und gesellschaftlichen Debatten seiner Zeit, lässt sie aber gleichermaßen vor dem Hintergrund seines menschlichen Verständnisses von Musik überzeitlich werden. Sein politisches und musikpädagogisches Engagement ist legendär. Dafür steht ganz besonders das Cantiere Internazionale d’Arte, die Internationale Kunstwerkstatt in Montepulciano, ein Festival für junge Musikerinnen und Musiker und Schauspielerinnen und Schauspieler, das Henze 1976 ins Leben gerufen hat.
Die beiden Regisseure Holger Preuße und Philipp Quiring haben Zeitzeugen und Schauplätze aufgesucht, um mehr über den Menschen und Musiker Henze zu erfahren, und dabei sehr persönliche, auf Kassetten eingesprochene Briefe entdeckt. Und sie haben sich auf die Suche nach bislang unveröffentlichten Liedern begeben. Mit Sopranistin Sarah Maria Sun und Pianist Jan Philip Schulze wurden diese für den WDR zum ersten Mal aufgenommen.

Weitere Informationen zur Privatbibliothek von Henze in Detmold finden Sie hier. Zum Projekt „Henze-Digital“ finden Sie weitere Informationen hier.

Kontakt

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Prof. Dr. Antje Tumat

Musikwissenschaftliches Seminar Detmold/Paderborn

Musikwissenschaft

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