Su­san­ne Cox: Gu­s­tav Not­te­bohm: Vor­den­ker und Weg­be­rei­ter der Beet­ho­ven-Skiz­zen­for­schung

Gustav Nottebohm (1817–1882) gilt als Begründer der Beethoven-Skizzenforschung. Seine Arbeiten wurden zu Lebzeiten hochgelobt und im 20. Jahrhundert scharf kritisiert. Nottebohm hatte Kontakt zu bekannten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, wie Robert und Clara Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms oder Joseph Joachim. Dennoch gibt es bisher nur wenig Forschung über ihn.
Der Vortrag soll einen Überblick über sein Leben und seine Arbeit geben und zeigen, dass er sich nicht nur mit Beethovens Skizzen, sondern auch mit vielen anderen musikwissenschaftlichen Themen beschäftigte, und daneben auch selbst komponierte. Nach einer kurzen Einführung zum Thema „Beethoven-Skizzenforschung“ werden Nottebohms Arbeitsbedingungen, die Forschungsunterlagen, die er hinterlassen hat und die Menschen, zu denen er Kontakt hatte, näher betrachtet. Zudem wird erläutert, welche Quellen man zur Erforschung von Nottebohms Leben heranziehen kann.

Dr. Susanne Cox schloss ihr Studium der Musikwissenschaft, Geschichte und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Koblenz im Jahr 2012 ab. 2012–2013 war sie wissenschaftliche Assistentin im Lektorat des G. Henle Verlags in München und danach kurzzeitig am Brahms-Institut in Lübeck beschäftigt. Seit Mitte 2014 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Beethovens Werkstatt. Genetische Textkritik und Digitale Musikedition“. Im Jahr 2020 schloss sie ihre Promotion zum Thema „Das Skizzenbuch ‚Engelmann‘ – Untersuchungen zu Skizzen Beethovens aus dem Frühjahr 1823“ ab. Sie ist Herausgeberin des Bandes „Lieder verschiedener Völker WoO 158“ von Ludwig van Beethoven in der Beethoven-Gesamtausgabe.