Das Beethoven-Haus Bonn wurde 1889 gegründet und einer seiner wesentlichen Satzungszwecke war von Anfang an der Aufbau einer Sammlung. Deren Geschichte spiegelt die Zeitläufe Deutschlands wider, aber auch die Wissenschafts- und Sozialgeschichte, den Zeitgeist, die Moden, persönliche Vorlieben und Geschmäcker.
Eine Sammlung ist nicht nur ein mehr oder weniger logisch aufgebautes Konglomerat von Objekten, das über einen bestimmten Zeitraum mit oder ohne Konzept zusammengetragen wird. Eine Sammlung – besonders eine, die aktiv gepflegt wird – ist ein lebendiger Organismus, der sich wandelt und bestimmten Einflüssen unterliegt. Anhand der Sammlungen des Beethoven-Hauses werden diese Strömungen im Vortrag veranschaulicht und kontextualisiert.
Dr. Julia Ronge studierte Musikwissenschaft und Geschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und an der Université Paris IV (Sorbonne). 2010 promovierte sie an der Technischen Universität Berlin mit einer Arbeit über Beethovens Kompositionsstudien bei Joseph Haydn, Johann Georg Albrechtsberger und Antonio Salieri. Seit 2002 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Beethoven-Haus Bonn, seit 2018 Kustos der Sammlungen des Beethoven-Hauses. Zusammen mit Norbert Gertsch und Kurt Dorfmüller ist Ronge Herausgeberin des neuen Beethoven-Werkverzeichnisses.