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Der Friedrichsthaler Kanal in Detmold mit dem Favouriteschloss, dem heutigen Palais der Hochschule für Musik, im 18. Jahrhundert. Bildinformationen anzeigen
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Bildnachweis Stephan Summers

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Der Friedrichsthaler Kanal in Detmold mit dem Favouriteschloss, dem heutigen Palais der Hochschule für Musik, im 18. Jahrhundert.

Bildnachweis Stephan Summers

Allgemein zum Studium der Musikwissenschaft

Warum sollte man heute Musikwissenschaft studieren?

Antwort 1: Weil gute Musikwissenschaftler/innen gebraucht werden - als Kritiker/innen, Opern- und Konzertdramaturgen/innen, Mitarbeiter/innen in Rundfunk und Fernsehen, Archivare/innen, Editoren/innen und Lektoren/innen in Musikverlagen, Referenten/innen in Kulturämtern etc. In diesen Berufen arbeiten zwar auch Absolventen anderer Studiengänge, z. B. Leute, die an einer Musikhochschule ein künstlerisches Fach studiert haben, aber all diese Berufe brauchen die wissenschaftliche Kompetenz, das fundierte Fachwissen und das geschulte Reflexionsvermögen des/ der Musikwissenschaftlers/in.

Antwort 2: Weil es interessant und spannend ist. Musikwissenschaft ist ein lebendiges, innovatives Fach, das sich gerade im Augenblick sehr stark erneuert. Der/ die Musikwissenschaftler/in ist nicht mehr der/ die weltfremde Spezialist/in à la Howard Bannister in Is was, Doc.Neue Arbeitsfelder wie Frauen- und Geschlechterforschung, Populäre Musik, Aufführungs- und Performance-Studien usw. werden erschlossen, innovative Ansätze auch für die traditionellen Gebiete wie Musikphilologie oder Kompositionsanalyse entwickelt. Musikwissenschaft befasst sich mit Musikkulturen der Gegenwart und der Geschichte und damit mit einem zentralen Feld menschlichen Lebens überhaupt.

Was versteht man unter einem wissenschaftlichen Studiengang?

Musikwissenschaft beschäftigt sich im Gegensatz zu den künstlerischen Studiengängen an einer Musikhochschule vor allem theoretisch mit Musik, d. h. nicht das eigene aktive Musizieren wird betrieben, sondern das Analysieren und Verstehen von Musik und allem, was mit Musik in Verbindung tritt, steht im Vordergrund des Studiums. Die Wissenschaft an einer Universität zeichnet sich vor allem durch Forschung (methodische Suche nach neuen Erkenntnissen) und Lehre (Weitergabe des Wissens) aus. Daher werden die Studierenden nicht nur unterrichtet, sondern selbst aktiv in die Forschungstätigkeit miteinbezogen. Ziel eines wissenschaftlichen Studiengangs ist es die Studierenden zu eigener Forschung zu befähigen, in dem ihnen die notwendigen Forschungsmethoden des jeweiligen Faches beigebracht werden, die die Studierenden dann möglichst gleich praktisch anwenden. Um die Studierenden aber auch auf andere Berufsfelder adäquat vorzubereiten, wird immer mehr Projektarbeit in Kooperation mit außeruniversitären Einrichtungen angeboten.

Wie lerne ich wissenschaftliches Arbeiten?

Teil der BA-Studiengänge Musikwissenschaft ist das Seminar „Einführung in die Musikwissenschaft“, wo Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens erlernt und erprobt werden. Des Weiteren gibt es auf der Internetseite des Musikwissenschaftlichen Seminars einen Downloadbereich, wo verschiedene Dateien mit Hinweisen zum wissenschaftlichen Arbeiten herunter geladen werden können. Außerdem gibt es zahlreiche Literatur zu den Techniken und Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens.

Welche Berufsperspektiven gibt es?

Die beruflichen Möglichkeiten sind so vielfältig wie das Studium:

  • Geschäftsführer/in eines Orchesters
  • Redakteur/in der Programmhefte im Konzerthaus
  • Regieassistent/in oder Intendant/in im Opernhaus
  • Herausgeber/in von Notenausgaben
  • Wissenschaftler/in an einer Universität
  • Dozent/in an einer Musikhochschule oder an einem Konservatorium
  • wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in in einem Forschungsinstitut bzw. bei einer der musikalischen Gesamtausgaben
  • Lektor/in in einem Musikverlag
  • Musikredakteur/in in Print- oder audiovisuellen Medien
  • Musikdramaturg/in beim Theater
  • Mitarbeiter/in im Bibliotheks- oder Archivwesen (wobei allerdings noch eine Spezialausbildung verlangt wird) oder im Bereich Kulturmanagement bis hin zur Tonträgerindustrie.

Praktisch wird es von gewissen Zufällen abhängen, in welchem der genannten Bereiche sich eine Berufschance eröffnen kann. Dabei kommt es in der Regel auf ein breites Fachwissen, auf Repertoirekenntnisse, auf Flexibilität und auf Eigeninitiative an. Wer sich von vornherein auf nur ein Berufsziel festlegt, läuft Gefahr, niemals einen Arbeitsplatz zu bekommen. Da in vielen der genannten Berufszweige „praktische Erfahrung“ bzw. „Berufserfahrung“ vorausgesetzt wird, empfiehlt es sich, alle Möglichkeiten angebotener Praktika auszunutzen bzw. sich eigenständig um Praktika zu bemühen. Die Bedeutung persönlicher Kontakte sollte nicht unterschätzt werden.

Für wen ist es sinnvoll, in Musikwissenschaft zu promovieren?

Wer in der Masterarbeit gezeigt hat, dass er überdurchschnittlich für (musik-) wissenschaftliche Arbeit begabt ist, sollte eine Promotion ins Auge fassen, da diese die Chancen auf einen Arbeitsplatz in den meisten Berufsfeldern deutlich erhöht. Dies gilt jedoch nur, wenn wirklich ein ausgeprägtes fachliches Interesse da ist. Wer Musikwissenschaft nur aus Verlegenheit studiert hat, sollte spätestens nach dem Masterabschluss, besser schon früher, eine ergänzende oder alternative Qualifikation anstreben. Als Überbrückung – um etwa der Arbeitslosigkeit zu entgehen – ist die Promotion nicht geeignet.

Für wen ist es sinnvoll, eine wissenschaftliche Laufbahn anzustreben?

Ob eine wissenschaftliche Laufbahn in Frage kommt, zeigt sich meist erst im Laufe des Studiums, oft erst während der Promotionsphase. Voraussetzung hierfür ist nicht einfach eine besonders gute Abschlussarbeit. Künftige Professoren/innen sollten Lust an selbständiger Forschung haben und beharrlich an langfristigen Projekten arbeiten können. Sie sollten außerdem bereit sein, Verantwortung zu übernehmen – für Studierende wie für die weitere Entwicklung des Faches. Und natürlich sollten sie gut lehren können – im MA-Studiengang des Musikwissenschaftlichen Seminars ist das Vermitteln-Lernen Teil des Studienprogramms.
Wer sich für die wissenschaftliche Laufbahn entscheidet, muss eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen: Es kann passieren, dass nach Abschluss der Dissertation bzw. Habilitation und einer begrenzten Zeit als Hochschuldozent/in, keine Dauerstelle zur Verfügung steht. Möglicherweise kommen jedoch andere Positionen (etwa als Redakteur/in beim Rundfunk) nicht mehr in Frage, da man als überqualifiziert gilt.

Wie finde ich einen Praktikumsplatz?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Suche nach einem Praktikumsplatz anzugehen. Wenn man relativ genau weiß, wo, also in welcher Stadt, man ein Praktikum absolvieren möchte, kann man gezielt Einrichtungen des musikalischen bzw. kulturellen Lebens in dieser Stadt anrufen bzw. anschreiben und nachfragen, ob in diesen Einrichtungen überhaupt die Möglichkeit besteht ein Praktikum zu absolvieren. Informationen zu den musikalischen bzw. kulturellen Einrichtungen der Stadt findet man entweder auf der Homepage der jeweiligen Stadt oder in den Gelben Seiten. Wenn man weiß, in welcher Art von Einrichtung man sein Praktikum absolvieren möchte (z. B. in einem Opernhaus), sollte man gezielt diese Einrichtungen kontaktieren. Wenn man nur vage Vorstellungen über sowohl die Einrichtung als auch den Ort hat, greift man am besten auf die Praktikumsangebote zurück, die man am Schwarzen Brett des Musikwissenschaftlichen Seminars oder im Internet in diversen Datenbanken findet. Anlaufstelle an der Universität Paderborn für die Vermittlung von Praktikumsangeboten ist die Praktikumskoordinatorin der Fakultät für Kulturwissenschaften Marlene Rathgeber und der Technologie- und Wissenstransfer an der Universität Paderborn, deren Career Service ebenfalls eine Stellenbörse im Netz betreibt. Auch wenn man konkretere Vorstellungen über sein Praktikum hat, sollte man mal nach aktuellen Praktikumsangeboten schauen, vielleicht findet sich ein entsprechendes Angebot zufällig in einer der Datenbanken. Allerdings bewerben sich bei öffentlich ausgeschriebenen Praktikumsplätzen, v. a. im Internet, natürlich unheimlich viele Studierende aus ganz Deutschland, so dass dort die Chancen kleiner sind genommen zu werden als bei einer kleinen Institution direkt nebenan. Generell gilt, je größer die Einrichtung desto früher muss man sich bewerben und Kontakt knüpfen. Manche großen Einrichtungen haben einen Vorlauf von bis zu anderthalb Jahren. Nach dem ersten Kontakt mit der entsprechenden Einrichtung sendet man an diese seine Bewerbungsmappe, die ein Anschreiben, einen Lebenslauf mit Passfoto, das letzte Zeugnis (also Abitur- oder Zwischenprüfungszeugnis) und eventuell bereits vorhandene Arbeits- oder Praktikumszeugnisse oder sonstige Nachweise von Engagement im kulturellen und musikalischen Bereich enthält. Wenn man Glück hat, wird man dann zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, wobei dieses je nach Größe der Einrichtung sehr unterschiedlich ablaufen kann. Große Institutionen schauen sich mehrere Bewerber an und wollen näheres über die eigene Qualifikationen und Motivation erfahren, während es bei kleineren Einrichtungen oft schon darum geht, wann man sein Praktikum machen möchte und welche Arbeitsbereiche der Einrichtung einen am meisten interessieren. Wenn man nach dem Vorstellungsgespräch eine positive Rückmeldung per Mail oder Post bekommt, sollte man sich in jedem Fall noch mal bei der Einrichtung melden, um zu sagen, dass man den Praktikumsplatz auch wirklich annimmt.

Welche finanziellen Fördermöglichkeiten gibt es für das Studium, für die Promotion, für ein Auslandssemester und für ein Auslandspraktikum?

Studierende in der Regelstudienzeit können jederzeit BAföG beim Studentenwerk Paderborn beantragen. Die Höhe des BAföG richtet sich in der Regel nach dem eigenen Einkommen und Besitz und dem der Eltern.
Als Studierende/r im Erststudium (Bachelor plus Master, Magister, Diplom) und im Promotionsstudium gibt es die Möglichkeit, bei verschiedenen Stiftungen, die oftmals weltanschaulich, parteipolitisch oder gruppenspezifisch orientiert sind, ein Stipendium zu beantragen. Da sich nicht so viele Studierende im Erststudium für ein Stipendium bewerben, hat man gute Chancen genommen zu werden, wobei die Stiftungen auf unterschiedliche Merkmale der Studierenden Wert legen, so können gute Zensuren oder soziales Engagement oder der soziale Hintergrund (z. B. Herkunft aus einer Nichtakademikerfamilie) ausschlaggebend für eine Förderung sein. Durch die hohe Bewerberzahl bei Promotionsstipendien hat man es als Doktorand schwerer, die Stiftung von sich und seinem Dissertationsvorhaben zu überzeugen. Bei folgenden Stiftungen/ Begabtenförderungswerken hat man die Möglichkeit ein Stipendium zu beantragen: 

Die Universität Paderborn stellt Promotionsstipendien zu allgemeinen Themen und speziell für die Genderforschung zur Verfügung.
Als Doktorand/in kann man sich (mit seinem Promotionsvorhaben) auch bei einem Graduiertenkolleg bewerben. Ein Graduiertenkolleg (auchPromotionskolleg oder Doktoratskolleg) ist ein befristetes, systematisch angelegtes Studien- und Forschungsprogramm. Organisiert und finanziert werden derartige Programme sowohl von Universitäten als auch von parteinahen Stiftungen. In Deutschland finanziert insbesondere die Deutsche Forschungsgemeinschaft Graduiertenkollegs. Betreut von mehreren Hochschullehrern können Doktoranden sich themenzentriert in einen umfassenden Forschungszusammenhang einarbeiten. Ziel der Kollegs ist zum einen, die wissenschaftliche Forschung inhaltlich zu bündeln, zum anderen aber auch, die Arbeit der Doktoranden organisatorisch zu strukturieren. In der Regel werden Doktoranden angestellt oder erhalten ein Stipendium. Meist beinhaltet ein Graduiertenkolleg regelmäßige Lehrveranstaltungen, Speziallehrveranstaltungen, Seminare, Kolloquien oder Workshops.
Als Doktorand/in kann man sich aber auch auf eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft/ Mitarbeiter/in bewerben, d.h. man arbeitet die Hälfte seiner Zeit (i. d. R. 19 h) an einem Institut/ Seminar und die andere Hälfte hat man Zeit, um seine Dissertation zu schreiben.
Auch das Auslandssemester kann man durch verschiedene Programme und Einrichtungen fördern lassen. Erstens gibt es die MöglichkeitAuslandsbafög beim für das Land, in das man geht, zuständigen Auslandsbafögamt zu beantragen. Zweitens gibt es das Stipendienprogramm der Europäischen Union zur Förderung des Austauschs von Studierenden „Sokrates/Erasmus“. Drittens gibt es denDAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst), der vor allem Studienaufenthalte in außereuropäischen bzw. nicht zur EU gehörenden Ländern finanziell unterstützt. Und viertens gibt es länderspezifische Fördereinrichtungen wie z. B. Fulbright (USA) oder das Deutsch Französische Jugendwerk (Frankreich). Die oben genannten Begabtenförderungswerke fördern ebenfalls Auslandsaufenthalte, wenn man bereits Stipendiatin ist. Nähere Informationen zur Förderung von Auslandssemestern und zur Kooperation der Universität Paderborn mit ausländischen Universitäten gibt es im Akademischen Auslandsamt der Universität Paderborn.
Ein Praktikum im Ausland kann ebenfalls gefördert werden. Das Programm der Europäischen Union zur Förderung von Auslandpraktika heißt„Leonardo da Vinci“. Das Programm des DAAD und der Studienstiftung des deutschen Volkes zur Förderung von Praktika in internationalen Organisationen und EU-Institutionen heißt „Carlo-Schmid-Programm“. Darüber hinaus fördert der DAAD auch andere Praktika weltweit. Nähere Informationen zur Förderung von Auslandspraktika gibt es beim Akademischen Auslandsamt und beim Technologie- und Wissenstransfer an der Universität Paderborn/ Career Service. Des Weiteren gibt es eine internationale Studentenorganisationen mit Zweigstelle an der Universität Paderborn „AIESEC Paderborn“ , die bei der Vermittlung von Praktikumsplätzen hilft. Viele nützliche Tipps gibt der Bewerbungsratgeber „Wege ins Auslandspraktikum“ (hrsg. vom DAAD, IASTE u.a.), den man hier herunterladen kann. Tipps, Informationen und eine Stellenbörse hält auch die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Arbeitsagentur bereit. Um einen Praktikumsplatz im Ausland und dessen Förderung sollte man sich frühzeitig, d.h. mindestens ein Jahr, bevor man das Praktikum beginnen möchte, bemühen. Ein Praktikum im Ausland kann man bei einer im Land ansässigen Einrichtung absolvieren oder einer deutschen Organisation (d. h. es wird auch beim Praktikum deutsch gesprochen), die Deutschland bzw. die deutsche Kultur in diesem Land nach außen repräsentiert und vertritt z. B. beim Goetheinstitut, die kulturelle Veranstaltungen an den ausländischen Instituten organisieren.

Wie organisiere ich einen Auslandsaufenthalt?

Das Akademische Auslandsamt der Universität Paderborn informiert über etablierte Programme wie etwa Erasmus, die den Studierenden schon bei der Vorbereitung helfen, wie z. B. die Einschreibung an der Gasthochschule und die Suche nach einem Wohnheimplatz. Anspruchsvoller ist es, wenn man sich sein akademisches Programm auf eigene Faust zusammenstellt (dann ist man ein so genannter Free Mover). Von der Wohnung bis zum Studienplatz muss alles selbst organisiert werden. Bei exotischen Zielländern bleibt einem kaum etwas anderes übrig, da es wenig maßgeschneiderte Programme für diese gibt. Empfehlenswert ist es sich Kommilitonen zu suchen, die gerade am eigenen Zielort studieren oder kürzlich von dort zurückgekommen sind. Deren Erfahrungen helfen bei der Planung und können Fehler bei der Vorbereitung verhindern. Auf jeden Fall sollte man ein Jahr Vorlauf- und Vorbereitungszeit einplanen und sich rechtzeitig beim Akademischen Auslandsamt über mögliche Partneruniversitäten und Stipendienprogramme informieren.