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Detmolder Hoftheater 1825–1875

gefördert von der DFG (Wiss. Literaturversorgungs- und Informationssysteme)

Die in der Lippischen Landesbibliothek Detmold zur Geschichte des Detmolder Hoftheaters verwahrten musikalischen und archivalischen Quellen sind in ungewöhnlicher Breite und Fülle erhalten. Ergänzt werden sie durch Materialien aus dem Landesarchiv NRW, Abteilung Ostwestfalen-Lippe  (Personalakten etc.) und dem Staatsarchiv Osnabrück (Theaterzettel). Diese Materialien, die bislang entweder nur standardmäßig, z. B. im Internationalen Quellenlexikon der Musik (RISM) (Musikalien), erfasst oder sogar lediglich durch maschinenschriftliche Regesten (Theaterakten) sowie z. T. handschriftliche Zettelkataloge ausgewertet sind, sollen im Rahmen des Projekts kontextuell erschlossen werden.

In der gegenwärtigen ersten Projektphase geht es darum, eine Auswahl der überlieferten musikalischen Quellen (Partituren, Stimmen und Partien, Libretti, Rollenhefte) einerseits detaillierter zu beschreiben (inkl. enthaltener Einlagen bzw. Striche sowie handschriftlicher Einträge zu Personen und Aufführungen) und andererseits die zugehörigen archivalischen Quellen im Volltext oder als Regesten digital zu erfassen. Im Rahmen der kontextuellen Tiefenerschließung sollen den auszuwertenden Musikalien dann weitere Informationen, etwa aus den Einnahme-Journalen oder den Regiebüchern des Theaters, zugeordnet werden. In der Folge könnte dann z. B. ein mit Normdaten angereichertes Rollenverzeichnis aller mitwirkenden Schauspieler oder Sänger erstellt werden.

Diese sogenannte kontextuelle Tiefenerschließung wird auf der Basis eines Modells vollzogen, das erst innerhalb des Pilotprojekts entwickelt und an den Daten des Hoftheaterbestands erprobt werden soll, damit es langfristig auch von anderen Bibliotheken für die Erschließung ähnlicher Bestände genutzt werden kann. Die Grundlage dieses Modells bilden die  XML-basierten Codierungsstandards der Music Encoding Initiative (MEI) sowie der Text Encoding Initiative (TEI), die beide sowohl eine bibliothekarische als auch eine wissenschaftliche Erfassung der Dokumente erlauben und durch ihre Anbindung an internationale Datenstandards die Möglichkeit eines gezielten Mappings zu den Datenbeständen anderer Bibliotheken oder Forschungseinrichtungen mit sich bringen.

Die Projektergebnisse werden in einem Portal zusammengeführt, in dem die Digitalisate der Materialien mit den XML-basierten Erschließungsdokumenten unter Rückgriff auf die in Detmold entwickelte Software Edirom Online verknüpft werden. Die Präsentation der Ergebnisse wird auf diese sehr anschauliche Weise dazu beitragen, dem heutigen Forscher oder interessierten Laien ein präziseres Bild vom Wirken des Detmolder Hoftheaters in seiner Blütezeit zu vermitteln.